S e l b s t w e r t – O r i e n t i e r u n g
 

„Wohl alle Psychologen sind sich darin einig, dass ein positives Selbstwertgefühl die Lebensqualität eines Menschen erhöht. Das volle Ja zu sich selbst festigt die Persönlichkeit, weckt Vertrauen zur Umwelt und befähigt, den Selbstwert anderer zu stärken. Wen wundert’s, wenn jeder bemüht ist, seinen Selbst-Wert zu optimieren und auch - mal zu testen. Beim „Test-Verfahren“ kommen gleichsam drei Orientierungs-Ebenen in Betracht, die wir kennen und zulassen sollten:

Die Selbst-Bewertung „von außen“
Dabei geht es hauptsächlich um das Werturteil durch andere Menschen. Wir orientieren uns daran, wie Familienglieder, Mitschüler, Kollegen, Vorgesetzte, Freunde, Mitchristen, Nachbarn usw. über uns denken. Auf die Bewertung „von außen“ ist jedoch wenig Verlass. Die Volksmeinung kippt rasch vom begeisterten „Halleluja“ zum spöttischen „Kreuzige ihn!“. Manch einer wird von Freunden enttäuscht und vom Lebenspartner verlassen. Das könnte für ihn eine „Inflation“ seiner Selbstwert-Gefühle bedeuten.

Die Selbst-Bewertung  „von innen“
Dabei haben wir die individuellen Lebens-Qualitäten im Blick. Dazu gehören die angeborenen, die ererbten und die selbst erworbenen Werte. Beispielsweise vertraute der „Verlorene Sohn“ in Jesu Gleichnis zunächst auf seinen väterlich ererbten Besitz. Darunter verstehen wir nicht nur Geld und irdische Güter. Zu den ererbten Werten gehören u. a. attraktives Aussehen, liebevolle Erziehung mit viel Zuspruch und Lob, gutes soziales Umfeld, elterliches Ansehen sowie Begabung und Bildung. Natürlich bedeuten durch eigenen Fleiß erworbene Werte dieser Art uns mindestens ebenso viel. Ohne Frage wird durch solche individuellen Attribute unser Wertbewusstsein erhöht.

Was aber, wenn wir keine ausgesprochenen „Glückspilze“ sind? Was, wenn wir uns auf der Schattenseite des Lebens vorfinden? Wenn Pläne zerplatzen? Schicksalsschläge eintreffen? Wenn wir Zuhause, auf dem Schulhof, bei der Arbeit usw. gemoppt und verachtet werden? Was, wenn wir aus lauter Mutlosigkeit gar einer Sucht erliegen? Muss das nicht Minderwertigkeitskomplexe erzeugen? Wird uns der unvermeidbare Drang zum Wertausgleich (Kompensierungsbestreben) schließlich zu Neurotikern machen?

Auch Glückspilzen macht bei ihrer Selbstbewertung eine geheime Sorge zu schaffen. Es ist der von der Psychologie oft übersehene Faktor Gewissen. Dieses bewertet unser Denken und Tun bis in die Träume hinein nach dem Wertmaßstab von Gut und Böse. Durch jede gute Tat wird unser Selbstwertgefühl erhöht, während jede böse Tat es entsprechend verringert. Die Bibel bezeichnet böse Taten als Sünde und Schuld. Es ist erwiesen, dass dies die Seele beunruhigt und das Gewissen belastet. Daraus resultiert dann die latente Angst, nach dem Tod Gott als unserem Richter begegnen zu müssen.

Die Selbst-Bewertung „von oben“

Die wichtigste Ebene bei unserer Selbstbewertung ist die Frage, wie Gott über uns denkt. Eigentlich müsste er wegen unserer Abkehr von ihm mit uns zürnen. Wie der „Verlorene Sohn“ haben wir viel von seinem wertvollen Erbe schuldhaft „verprasst“. Wie er sollten wir daher umkehren und reumütig sprechen: „Vater, ich bin nicht wert, dein Sohn zu heißen“. Verzeih mir bitte meine Schuld und nimmt mich - so wie ich bin - wieder an. Wenn wir das ehrlich tun, dann erleben wir wie der „Verlorene Sohn“ die Vergebung all unserer Sünden. Wie den begnadigten Sohn wird Gott uns in seine Arme schließen. Liebevoll wird er uns auf das Kreuz von Jesus Christus hinweisen. Dort ließ er seinen lieben Sohn für uns qualvoll leiden und sterben. Das beweist, wie viel wert wir trotz des Sündenfalls für Gott sind.

Wer reumütig zu Gott heimkehrt, hat mit ihm auch seinen verlorenen Selbst-Wert wieder gefunden. Ein neuer Ring, neue Kleider und Schuhe und sogar ein Freudenfest zeigen an, wie reich ein durch Jesus begnadigter Mensch wieder ist. Das bedeutet praktisch: Die Minderwertigkeits-Panik ist der Freude gewichen. Die stressige Jagd nach dem Wertausgleich ist nun überflüssig geworden. Die Neurosegefahr ist überwunden. Glücklich ist, wer seine Selbstbewertung daran orientiert, dass Gott ihn unendlich wert schätzt und durch Jesus ohne Vorbehalt liebt.

** Das Buch ist erhältlich im Buchhandel und beim Autoren

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