Der Vater in Christus - sein Ja zum Sohn


Jesus Christus war in seinem irdischen Dasein vollkommener Mensch (Phil 2,7). Als solcher konnte er – wie wir – täglich entscheiden, ob sein eigener Wille, Gottes Wille oder gar Satans Wille bei ihm geschah. Doch Jesus „entäußerte“ (verleugnete) sich selbst. Er war fest entschlossen, allezeit den Willen „seines Vaters“ zu tun (Joh 8,29).
Mose war darauf bedacht, der Gegenwart Gottes und damit seinen Weisungen durch die Wolkensäule zu folgen. Jesus dagegen orientierte sich an Gottes Stimme in der Heiligen Schrift (Mt 4,10) und in seinem Herzen. Bei ihm hatte sich das Vorbild der Führung durch die Wolke erfüllt (Joh 14,11). Gott war in ihm gegenwärtig und kommunizierte mit ihm (Jo 5,20).
Die Innewohnung Gottes ist die optimalste Basis, seinen Willen zu erkennen und dann auch zu tun. Jesus wurde Mensch, um uns dieses geistliche Führungsprinzip nicht nur vorzuleben, sondern auch konkret zu ermöglichen. Dazu musste zunächst sein Opferblut fließen, um unser Herz und Gewissen „von den toten Werken“ zu reinigen (Hebr 9,14; 1 Joh 1,7). In die gereinigten Herzen kann er dann mit dem Vater einkehren und „Wohnung bei uns machen“ (Joh 14,23). Weil er durch seinen Geist gegenwärtig bleibt, (Apg 4,31) kann sich Gottes Leitungsprinzip – wie bei Jesus – auch bei uns tagtäglich verwirklichen.
Mit seinem Einkehr-Angebot hat der dreieinige Gott sein gnädiges Ja zu mir Sünder gesprochen. Wie werde ich reagieren?

Christus in mir - sein Ja zu den Seinen

 

Die Israeliten hatten versagt, weil Gott zwar bei ihnen, aber noch nicht in ihnen war. Christen haben Jesus in ihr Herz aufgenommen. Er ist jetzt „in ihnen“ und sie sind „in ihm“ (Joh 14,20). Durch den Heiligen Geist ist „die Wolke“ der Gegenwart Gottes in ihr Leben gekommen. Der erste Glaubensschritt ist getan. Jesus hat die Führung auf ihrem Weg zum himmlischen Ziel übernommen.
Doch damit haben Christen ihr Glaubensziel noch nicht erreicht. Jesu Beispiel macht deutlich, dass und wie dieses hohe Ziel erreicht werden kann:
Jesus ermahnt seine Nachfolger, in enger Verbindung mit ihm, ja, in ihm zu bleiben (Joh 15,4). Das befähigt sie, 1. wie er Gottes Gebote zu halten, 2. sich wie er allezeit von Gott leiten zu lassen (Joh 15,10) und 3. wie er die Menschen zu lieben (Joh 17,26).
Jesus liebte die verlorene Welt nicht in seiner eigenen Liebe. Jesus liebte „in der Liebe des Vaters“, der in ihm war und die Welt durch ihn liebte (Joh 15,10). Und des Vaters Liebe in ihm war stark genug, um vollkommen gehorsam zu sein. Mit Gottes Liebe vermochte er sogar seine Mörder „bis zum Tode“ zu lieben (Phil 2.8). Jesu Gehorsam bestand also darin, in des Vaters Liebe „zu bleiben„ (Joh 15,11) und sie zu verströmen
„Die(se) Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen“ (Rö 5,5. Darum gebietet Jesus, seinem Beispiel zu folgen (Joh 15,9) und mit seiner Liebe zu lieben .

Einsicht: Ich erkenne, dass Christsein mehr ist, als sich in eigener Kraft mühsam nach Gottes Geboten zu richten. Ich möchte „das Geheimnis, Christus in uns“ (Kol 1,27) nicht nur besser verstehen, sondern erfahren.

Gebet: Mein himmlischer Vater, danke, dass Du durch den Heiligen Geist zusammen mit Jesus in mir wohnst. Danke, dass ich im Glauben zu ahnen beginne, wie viel das für mich bedeutet. Amen

Fragen:

-Warum war es Jesus so wichtig, mir das Eins-sein mit dem Vater zu ermöglichen und zu erbitten? (Jo 17,21-26)
- Wie wirkt sich die Gegenwart Christi und Gottes bei meinen Entscheidungen aus?


Vorbild-Bibeltexte:


Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte. [Ps 86,11]
Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, ... und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich.
[Mk 10,21]
Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
[Mt 16,24]
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
[Mt 6,10]
...und er sprach mit Zittern und Zagen: HERR, was willst du, daß ich tun soll?
[Apg 9,6]
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind.
[Joh 17,22]
Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. [Joh 13,7]
Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst.
[Joh 21,18]


Auszug aus dem noch unveröffentlichten Buchmanuskript: ‚Zur Freiheit berufen’ von HM

 


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