Versuche nicht, das Böse in der Welt und in dir zu besiegen;
sei DU mit Christus für die Sünde gestorben!

"So auch ihr, haltet dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid
und lebt für Gott in Christus Jesus"
 
Römer 6,11

Als Praktikant einer evangelikalen Gemeinde sollte ich mich vor allem um den Jugendkreis kümmern. Doch das war zunächst problematisch. „Unser Jugendkreis ist ziemlich zerstritten“, verriet man mir. Und in der Tat gab es einige Richtungsgruppen- bzw. Grüppchen, die sich nicht gut vertrugen. Man beschuldigte sich schlimmer Dinge und eine Versöhnung war nicht in Sicht. Ich tat mein Bestes, besuchte die Kontrahenten, betete mit ihnen  und versuchte Frieden zu stiften. Doch zunächst blieb alles umsonst. Auch ich der Gemeinde betete man und Gott schenkte eine lösende Initiative. Ich lud zu einem Krisen-Team ein, das sich zu folgenden Punkten verpflichtete:

  1. Ich werde für jedes Teammitglied täglich und namentlich beten
  2. Ich will nichts Negatives über ein Teammitglied weitersagen, ohne zunächst persönlich mit ihm darüber zu sprechen
  3. Vor jeder Jugendstunde treffen wir uns als Team zum Gebet
  4. Ich werde mich nach der Jugendstunde um jemand bemühen, der neu ist oder den ich kaum kenne.
  5. Ich will versuchen, Neue mitzubringen und mich um sie zu kümmern.

Zuerst unterschrieben nur wenige. Aber bald hatten wir ein Team, in dem man durchatmen konnte. Jeder wusste, für mich wird namentlich gebetet, und vor allem: niemand beschuldigt mich hinter meinem Rücken. Vertrauen baute sich auf, die Liebe zueinander nahm zu und es gab eine Zone des Friedens. Die Klübchenwirtschaft nahm ab, weil manche sich jetzt um „die anderen“ bemühten. Und das Schönste war: die Jugendli-chen schleppten Freunde und Bekannte herbei. Der Jugendkreis wuchs. Stühle mussten her und schließlich saßen Junge Männer sogar auf den Fensterbänken. Einige Neue bekehrten sich und bezeugten dies in den Jugendstunden. Der Bann war durchbrochen.
Vielleicht fragen Sie, lieber Hörer: was hat das mit dem Thema „Christen sind für die Sünde gestorben“ zu tun. Sehr viel, meine ich. Denn diese jungen Christen haben das üble Nachreden als Sünde erkannt und ihr abgesagt. Sie haben sich der verbreiteten Klatschsucht gegenüber als tot – als mit-Christus-gekreuzigt gehalten. Und dadurch wurde diese oft ganze Gemeinden blockierenden Seuche besiegt. Vielleicht werden Sie neugierig, wie es möglich ist, das solch ein geistlicher Aufbruch geschieht. Daher untersuchen wir jetzt anhand des Bibeltextes im Römerbrief, Kapitel 6, Vers 11
die wirksamste Heiltherapie gegen jegliche Sünden-Viren unter Christen.
Der Apostel Paulus definiert sein probates Rezept folgendermaßen: „Haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und für Gott lebt“. In den Versen davor erklärt Paulus deutlich, was Christen berechtigt, sich als tot zu betrachten, obwohl sie noch körperlich leben. Dabei kommt er auf das symbolische Verständnis der Taufe zu sprechen. „Wisset ihr nicht“, erinnert der Apostel, „daß alle, die wir auf – oder in – Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?“ (Rö 6,3). Die Taufe wurde damals als persönliches Bekenntnis des Getauften verstanden. Wichtig ist nun die Frage:

Welche Konsequenzen hat die Taufe für einen Christen?

Wer sich taufen ließ, hatte zuvor die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus gehört. Er war aufgefordert worden, zu glauben und sich öffentlich zu Jesus zu bekennen. Durch den Taufakt bekannte der Glaubende zugleich, daß er sein altes, von Sünde geprägtes Leben beenden wollte. Das Untertauchen symbolisierte seine Bereitschaft, für das Böse zu sterben. Nach der Taufe sollte nicht mehr die Sünde, sondern Christus als Herr sein Leben bestimmen. Somit brauchte Paulus die Christen in Rom nur daran zu erinnern: „Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind“ (Rö 6,3). Damit beantwortete er die Frage, ob ein Christ locker weiter sündigen dürfe, mit einem entschiedenen Nein. Paulus nennt noch einen weiteren Grund, weshalb es sich für Jünger Jesu verbietet, mit der Sünde zu flirten. In Vers 4 betont er,
Christen sind  durch die Wiedergeburt existentiell mit Jesus verbunden.
 Dort heißt es: “So sind wir ja zusammen mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten... auch wir in einem neuen Leben wandeln“. Paulus sieht also die Christen nicht mehr getrennt von ihrem  Herrn, sondern gleichsam als eine Person. „In Christus sein“ ist sein Standartaus-druck für dieses Einssein mit Jesus durch den Heiligen Geist. „Ihr seid in mir“ und „ich bin euch“, erbittet ihnen Jesus in Johannes 17. Was folglich an und mit Jesus geschah, das geschah auch mit ihnen. Und auch diese Tatsache hat Konsequenzen für unsere Beziehung zur Sünde. Paulus zieht aus dem Einssein mit Jesus folgenden Schluß: „Denn was er, Jesus, gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal. Was er aber lebt, das lebt er für Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gott“ (Rö 6,10.11). Somit war es konsequent, daß die erwähnten jungen Christen sich der Klatschsucht verweigerten und zu missionieren begannen. Darin bestätigte sich ihr Einssein mit Jesus Christus. Wie ihr gekreuzigter Retter waren sie tot für die Sünde und wie ihr  auferstandener Herr lebten sie nur noch für Gott. Jetzt wenden wir uns der wichtigen Frage zu:

Wann und wodurch wird jemand so existentiell mit Jesus eins und verbunden?

Prinzipiell hat Gott alle Nachkommen Adams, also die ganze Menschheit, mit seinem Sohn vereinigt. Als Stellvertreter des ersten, gefallenen Adam konnte er deshalb das Urteil für die Sünde der ganzen Welt über-nehmen. „Du wirst des Todes sterben“, hatte Gott bereits dem ersten Menschen, unserem Stammvater, Adam, gesagt. Dieses Todesurteil ließ Jesus auf dem Weg zum Kreuz an sich selber vollstrecken. Als er sterbend ausrief: „Es ist vollbracht!“ starben mit ihm alle Sünder – auch wir.  Paulus sagt dazu: „wir sind überzeugt, daß, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie ja alle gestorben“ (2 Kor 5,14). So befreiend diese Wahrheit klingt, besteht doch die Gefahr, sie falsch zu verstehen. Gott schuf eine Rettungsbasis und bietet sie an. Aber:
Für das Einssein mit Jesus muß jeder Mensch sich persönlich entscheiden.
Es  könnte jemand behaupten: Wenn alle Menschen mit Christus gerichtet und gestorben sind, sind folglich auch alle mit ihm auferstanden. Das aber trifft nicht zu. Bei dieser Logik verkennt man die Würde der Men-schen. Sie haben sich ja durch Adam bewusst und willentlich von Gott getrennt. Dieser respektiert noch im-mer die Entscheidungsfreiheit der Menschen. Seit Christi Erlösung wartet er jetzt darauf, daß sie sich ebenso bewusst für die Rückkehr entscheiden. „Gott versöhnte die Welt mit sich selbst“ . Nun aber ermahnt er jeden einzelnen, Gottes Ja zu beantworten, Christus anzunehmen und sich mit Gott versöhnen zu lassen (2 Kor 5,19.20). Dieser persönliche Willensakt wird ‚Umkehr zu Gott’ oder ‚Bekehrung’ genannt. Wer Jesus ab-lehnt, distanziert sich selbst von Einssein mit ihm. Er sagt nein zum mit-Christus-sterben und darauf, mit ihm aufzuerstehen. Wer aber nicht „in Christus“ ist, bleibt als „alter Mensch“ unter Gottes Gericht. Für ihn ist Christus gleichsam vergeblich gestorben.
Alle aber, die darauf eingehen, sind und wissen  sich  mit Jesus aufs engste verbunden. Sie bejahen seinen Weg zum Kreuz als ihren Weg zum Schafott wegen all ihrer Sünden. Sie bejahen sogar das Geschrei der Juen „kreuzige, kreuzige ihn!“ Denn sie selbst sind es ja, die dort zu recht mit Jesus abgeführt werden. Sie nehmen ihr Kreuz auf sich, um zugleich mit ihm zu sterben.  Mit Jesus weigern sie sich auch, vom Kreuz herabzusteigen. Denn nicht er, sondern sie gehören dort hin. Mit ihm sterben sie, um als mit-Auferstandene „hinfort nicht sich selber“ zu leben. Wer diese Haltung glaubend einnimmt, stellt allerdings fest, daß nicht gleich alles im Lot ist. Ihm wird bald klar, daß er sein Ja zum Mitsterben im Alltag gleichsam einüben muß.

Mit-Jesus-Gekreuzigte brauchen Trainingsfelder für ihren Glauben.

Genau genommen verfügen Christen über zweierlei Leben. Da ist ihr altes Leben ohne Christus, in dem sie nicht Gott, sondern den Begierden gehorchten – ihr „alter Mensch“. Dann geschah ihre Wiedergeburt. Sie nahmen Christus auf und empfingen Christi neues Leben und damit ein neues Herz, sowie seine neue Natur. Paulus sagt dazu: „Ist jemand ‚in Christus’, so ist er eine neue Kreatur“,  gleichsam eine neue Schöpfung geworden (2 Kor 5,17). Dieser neue Mensch, diese neue Natur befähigt ihn nun, in neuer Weise zu handeln. Beide Menschen aber, der alte und der neue Mensch, sind jedoch gleichzeitig noch beim Christen vorhanden. Dadurch geraten sie täglich neu in einen Konflikt. Das Problem dabei ist ihre alte Gesinnung, ihr alter Mensch. Er ist nämlich durch Christi Kreuz zwar gerichtet und gekreuzigt , aber nicht völlig ausgelöscht worden.  Und er mischt sich überall ein. Er möchte die Jünger Jesu weiter beherrschen. Nun aber die Frage:

Wie aber kann ein Christ der Tyrannei seines alten Menschen entrinnen? 

In Römer 6 Vers 6 heißt es: „Wir wissen ja, daß unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist,... so daß wir der Sünde hinfort nicht dienen“. Kennt oder glaubt ein Christ die frohe Botschaft vom Gekreuzigtsein seines alten Menschen nicht, wird dieser ihn weiter tyrannisieren. Bejaht er sie glaubend, wird er das nicht zulassen. Er wird sich als Diener Christi und nicht des alten Adam und der Sünde betrachten. Sein Glaube wird sich zwar täglich bewähren müssen. Denn mit Christus zu sterben und zu leben muß trainiere werden. Doch er wird  immer stärker und siegreicher werden. Wie Paulus wird er bekennen: „In dem allen überwinden wir weit“ (Röm 8,37).
Von dem Trainingsfeld Ehe berichtet ein gestandener Christ, daß er seiner Frau einmal grollte. Er hatte nach ihrem Arztbesuch mit dem Auto stundenlang auf sie gewartet. Trotz eines Handys im Auto blieb sein Telefon stumm. Nachdem er schließlich  alleine essen mußte, war seine Vorwurfshaltung komplett. Als seine Frau endlich kam und die Sache recht locker sah, wurde bis zur Nachtruhe kaum noch gesprochen. Doch der Hei-lige Geist ist ein guter Erzieher. Der Mann wurde nachts wach und fühlte sich fast hörbar gefragt: „Hast Du noch nie in 1. Korinther 13 gelesen, daß die Liebe alles erträgt und erduldet“? Doch! Darüber hatte er sogar schon gepredigt. „Und gegen dieses Gebot der Liebe bist du schuldig geworden“, hieß es nun deutlich in ihm. Als er bereit war, sich am Morgen dafür zu entschuldigen, konnte er weiterschlafen. Er tat es und bald darauf entschuldigte sich auch seine Frau. Die Luft war wieder rein. Das beleidigte Ich hatten beide ans Kreuz verwiesen.
Auf dem Traainigsfeld Zeugendienst geschah folgendes: Ein Christ verteilt während der Bahnfahrt Traktate in seinem Abteil. Ein Fahrgast steht auf. Doch statt das Traktat zu nehmen schlägt er dem Christen voll ins Gesicht. Wie die alte Natur darauf reagieren würde, ist ziemlich klar. Jetzt ging es darum, ob der Bruder gelernt hat, mit-Christus-gekreuzigt zu sein.  Er schaut den Schläger zwar verdutzt aber gefasst an und reagiert mit den Worten: „Schlag ruhig auch auf die andere Seite. Mein Heiland liebt dich doch. Und ich liebe dich auch“. Dieser Zeuge Jesu hat die Erlösung vom alten Menschen geglaubt und auch erlebt. Sein neuer Mensch hat sich als stärker erwiesen.
Diese wenigen Beispiele zeigen, daß Christen befähigt sind, als Erlöste zu leben.  Der Schlüssel dazu ist, mit Christus für die Sünde gekreuzigt zu sein, um als mit Auferstandener für Gott dazusein. Christen haben es nicht nötig, sich etwa von der Klatschsucht tyrannisieren zu lassen, weil es dagegen ein Topp-Heilmittel gibt. Gegen Sündenvieren wie sexualisierte Phantasie, vor-und nebenehelichen Geschlechtsverkehr, Alkohol-,ess- oder Nikotinsucht, Fernseh-Spiel-oder Hobby-Abhängigkeit usw. sind sie als mit-Christus-Gekreuzigte gleichsam immunisiert, ja gestorben. Vorausgesetzt, daß sie es glauben und wollen.
Damit ist nicht gemeint, daß Christen bei der Bekehrung gleich alles Böse ausgemerzt hätten. Jede Heilung – auch die des inneren Menschen – geschieht oft unmerklich langsam. Sie ist ein Prozeß. Allerdings sollten Sie, lieber Hörer, sich ernsthaft fragen, ob sich der Heilungs- oder Heiligungsprozeß bei Ihnen nur schleppend oder etwa gar nicht vollzieht. Es wäre schade, wenn Sie nach vielen Jahren des Christseins noch genauso empfindlich, beleidigt oder jähzornig sind, wie sie es immer schon waren? Doch vielleicht haben Sie die Wahrheit, daß Sie mit-Christus-gekreuzigt und auferstanden sind, bisher kaum gehört oder nicht ernst genommen. Entschließen Sie sich, es ab heute bewusst und dankbar zu glauben. Lesen Sie Römer, Kapitel 6 einmal bewusst unter diesem Aspekt. Übertragen Sie den sechsten Vers auf sich persönlich, indem Sie beten: „Danke Herr Jesus, daß auch mein alter Mensch mit Dir gekreuzigt ist. Ich will fortan nicht ihm und der Sünde, sondern dir freudig dienen“.

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